Top Chumps

Veröffentlicht am 9 / 8 / 10 | Kommentare / 0

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Bei den gemeinen Mistkerlen von Yep gibt es ein regelmäßiges Feature, das sich Top Chumps nennt und in dem sie die vielen klischeebeladenen Looks analysieren, die sie in London gesehen haben. Lies weiter, für einige ihrer brutalen Mode-Autopsien.


Der Streetwear-Nerd-Look

Ich erinnere mich noch daran, als 2005 die Leute tagelang vor dem Bape Shop im West End angestanden haben, um einen überteuerten Hoodie zu kaufen, den Pharrell Williams mal in einem Video getragen hat. Der besagte Hoodie war abscheulich – es war irgendwie eine rote Camouflage-Nummer mit einer Kapuze in Hai-Form. Allerdings war das Erscheinungsbild des Kleidungsstücks für die Leute, die es kaufen wollten, weniger wichtig; was sie wollten war die Ehre, ein seltenes Streetwear-Stück zu besitzen, das von jemand Berühmten getragen wurde. Mittlerweile mag sich die Klamottenwahl (etwas) geändert haben, aber die Leute, die sowas tragen, sind immer noch genauso zwanghaft. Sie haben eine stringente Liste von Marken (Supreme, Neighborhood, Visvim, Fenom etc.), die sie besitzen und anderen Streetwear-Nerd zeigen müssen. Ich habe die Theorie, dass sie denken, das Wort "Kollaboration" wäre die Verlängerung von "cool", weil sie so scharf darauf sind, Kollaborationen zwischen zwei oder mehr Marken zu haben (eine Uhr von G-Shock und  Bape ist sehr beliebt). Sie sind davon besessen, materielle Güter anzuhäufen, egal wie sinnlos sie sind. Sie sammeln kleines blödes Plasitkspielzeug und ihr Zimmer sieht wie der Schrein für den Gott der seltenen Turnschuhe aus—jedes Paar ordentlich in der Originalverpackung verstaut. Lies weiter für die Analyse ihres Looks. 

Haare: Kurz und unauffällig – um nicht die Aufmerksamkeit von den unzähligen Labels, die zur Schau gestellt werden, abzulenken. Sie sind im Grunde eine Schaufensterpuppe für ihre teuren Klamotten; ein Schiff, um durch das Leben zu segeln und dabei die teuren Streetwear-Labels zu zeigen.
Hut: Ein Cap von Supreme ist die Visitenkarte eines jeden Streetwear-Nerds, aber sei nicht überrascht, wenn du sie siehst, wie sie etwas bescheuertes tragen, wie beispielsweise ein Cap, das aus der Haut einer gefährdeten Zebra-Art hergestellt ist, solange es von dem richtigen Label gemacht ist und in der entsprechend limitierten Edition herauskommt. 
Tattoos: Große Anker und Totenköpfe, oder etwas, um die mittlerweile peinlichen Tattoos im Graffiti-Stil zu überdecken.  
Jacke: Die College-Jacke scheint im Moment ziemlich beliebt zu sein. Sie sollte jedoch nicht aus dem Vintage-Laden sein. Sie muss vielmehr mindestens £600 kosten und idealerweise eine "Kollab" zwischen jemanden wie Stussy, Nike und Undefeated sein.
Oberteil: T-Shirt mit Logo oder blöden Tier-Cartoons auf der Vorderseite. Extra-Anerkennung, wenn es handverlesen ist. 
Hosen: Eine £800-teure, japanische Denimjeans, die von Levi’s x Fenom x Fragment x Maharishi gemacht wurde—in Wirbeln hochgekrempelt, so dass die Limited-Edition-Turnschuhe nicht durch die Jeans verfärbt werden.
Lieblingssätze: “Letzte Nacht bei YoYo habe ich sowas von neben Mark Ronson gepisst. Hab ihn dabei gesehen, wie er sowas von meine Kid Robot Air Max 1 ausgecheckt hat.”
Schuhe: Visvims sind im Moment unheimlich beliebt (besonders das Paar, das oben illustriert wurde und wie das in neun Monaten auftretende Endergebnis einer gewalttätigen Brunft zwischen Venus Williams und einem Paar Wallabys aussieht). Jede neue Version eines Nike Quickstrike ist auch beliebt, aber garantiert keine von Adidas (“ihre limitierten Editionen sind ein Witz, Bro”).
Accessories: Ein wirklich teurer Rucksack, der genauso wie einer von Eastpak aussieht (aber das Fünffache kostet), einen massiven Karabiner (der nicht verkehrt bei einem Alpinisten wäre, der versucht den Grand Canyon hinabzusteigen), ein riesengroßes Aufgebot von Spielzeugen, die von Idioten wie James Jarvis und Kaws gemacht wurden.
Freundin: Jedes japanische Mädchen, das Ray-Bans ohne Gläser und Kniesocken trägt. Extra lange T-Shirts mit Schimpfwörtern, die sie nicht versteht (“FUCK NAZI FASHION”) sind optional.
Kariertes Hemd? Ungern getragen, aber auch nur weil Streetwear-Labels sie für so lange produziert haben. Idealerweise wird es ein Label auf dem Ärmel oder auf der Brusttasche haben, um zu zeigen, dass er es nicht für £10 bei Uniqlo, wie es die meisten Leute tun, gekauft hat. 
Sportrad? Ja, solange die Farbe mit dem Outfit übereinstimmt. Zum Beispiel weiß-umrandete Reifen, um das Weiß ihrer Turnschuhe zu betonen. Es hat auch Aufkleber mit Insiderwitzen, um zu beweisen, dass man schon auf dieses Rad stand bevor es modisch wurde.


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Der Kunstkollektiv-Look

Du bist heutzutage niemand in East London, wenn du nicht in einem Kunstkollektiv bist. Diese Schar von "Künstlern" – die Namen haben, die überhaupt keinen Sinn ergeben, wie Golden Mirage oder Neon Futurism – schleicht herum wie niedliche Malcolm McLarens, und denken, dass sie Teil eines Bewegung sind, die die Dekade definiert, während alles, was sie machen, darin besteht, zu Vernissagen von Ausstellungen zu gehen, in denen erwachsene Männer, Bilder von Zeug wie Aliens, die Gitarre spielen, zeigen. Obwohl ihr Look ziemlich unauffällig ist, sind sie sehr leicht zu entdecken, da sie alle so aussehen, als wären sie von ihren Eltern für einen Tagesausflug im Frühling zu ihrem Großvater auf dem Land angezogen worden. Lies weiter, um herauszufinden, wie du den Look hinbekommst, solange er noch heiß ist.

Haare: Kurz geschnitten und sehr ordentlich—wie ein Kind bei seinen ersten Tagen in der Schule. Einige der eher abenteuerlicheren/schickeren Anhänger haben rasierte Seiten und eine Tolle. 
Hut: Hochgekrempeltes Mütze, die auf dem Gipfel des Kopfes getragen wird, beinahe wie eine Kippa. Muss immer getragen werden, das gesamte Jahr.
Tattoos: Ein großes Nein – diese Typen standen noch nie auf Hardcore, weil er keine ausreichend funky Basslinie und erkennbare Verbindung zu Afrika hat.
Jacke: Die wachsbeschichtete Barbour war einst das definierende Aushängeschild von Teilnehmern des Artkollektiv-Looks, aber seitdem dieses Kleidungsstück Mainstream wurde, wurde sie zu Gunsten von stonewashed Vintage-Jeansjacken und amerikanischen, sandfarbenen Jagdjacken fallen gelassen. 
Oberteil: T-Shirt mit einer ihrer eigenen Illustrationen auf der Vorderseite oder ein Jeanshemd, das bis oben hin zugeknöpft ist. Im Winter tragen sie einen verstoßenden Pulli à la Bill Cosby oder eine Strickjacke von deiner toten Oma.
Hosen: Beige Jeans von Uniqlo oder Chinos, die bis zu den Knöcheln hochgekrempelt sind, um ihren schrullige Sockenauswahl zu zeigen. 
Lieblingssätze: “Komm zu dem Launch unseres neuen T-Shirt-Sortiments bei der Eröffnung unserer geheimen Pop-Up-Galerie in Dalston. Überall gratis (warme) Getränke!" “Hast du meinen neuen Blog-Post über den unbeachteten Elektro-Stimmungskünstler Jironechi Sushimunchi gelesen?”
Schuhe: Schnürschuhe von Vans (jede Farbe), (schwarze oder weiße) Reebok Classics oder Desert Boots von Clark.
Accessories: Einen Jutebeutel, der voll mit CDs von ihrem neusten Lieblingsgenre ist: afrikanische Chip-Disco. Vintage-Brillen mit dicken Rahmen, die sie einem verurteilten Phädophilen auf eBay abgekauft haben.
Freundin: Ebenfalls “Künstlerin”—meistens eine aus Skandinavien—die vorgibt eine Illustratorin zu sein, aber nicht in der Lage ist, etwas zu zeichnen ohne es abzupausen. 
Kariertes Hemd? War lange Zeit beinahe essentiell, aber sie kommen langsam aus der Mode, wegen der noch schrulligeren und kreativen Hemden mit aztekischen Druck.  
Sportrad? Sehr wahrscheinlich. Solange es retro ist, ist es super. 


Der Metal-Mode-Look

Seit ein paar Jahren Jahren gibt es einen schmierigen Tsunami aus Lederjacken tragenden über-20-jährigen Typen in East London, die sich anziehen, als wären sie in LA Mitte der 80er Jahre groß geworden und Heavy Metal wäre plötzlich explodiert. Lies weiter, um herausfinden, wie du den Look hinbekommst solange er heiß ist. 

Haare: Kurz, ungekämmt, “Interessiert mich einen Scheißdreck”-Look für die Poser. Langes Haar mit rasierten Seiten für die Poserette.
Hat: Baseball-Cap von Supreme mit “Metal”-Phrasen wie “MOSH” oder “SATAN” oder “DOOM”, die auf die Unterseite des Schirms gekritzelt sind.
Tattoos: Hat darüber nachgedacht, sich ein kopfüber hängendes Kruzifix auf seine Brust machen zu lassen, aber wird offenbar niemals damit anfangen. Sehr wahrscheinlich, dass er ein Black Flag Tattoo auf seinem Arm hat, aus der Zeit, als er noch auf Hardcore stand.
Jacke: Breitschultrige Vintage-Lederjacke, die mit Aufnähern von wirklich schlechten Metal und Trash-Bands zugemüllt ist.
Oberteil: Altbekannte, leicht wiedererkennbare T-Shirts von Metalbands mit einem Hoodie von American Apparel drüber (ein Überbleibsel aus Nu-Rave-Tagen).
Hosen: Akribisch um-das-Knie-eingerissene stonewashed Röhrenjeans.
Lieblingssätze: “Die neue Platte von Slayer ist UNGLAUBLICH, Alter. OH MEIN GOTT. Jeden Tag fahre ich mein Fahrrad im Takt zu dem Scheiß.”
Schuhe: Retro-Turnschuhe von Nike (wie sie sie nennen), wie die entsetzlichen Air Jordan Spizikes oder Vans (der am wenigstens als "Metal" zu bezeichnende Schuh, der der Menschheit bekannt ist).
Accessories: Aufnäher und Pins, mit Logos von Bands wie Municipal Waste, Pentagram, Slayer und Sleep. Eine Kreole als Ohrring, die noch von den Tagen übrig ist, als The Libertines ihre Lieblingsband waren.
Kariertes Hemd? Ja.
Sportrad? Optional.

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