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Shirt Heads: Luksodrome

Veröffentlicht am 11 / 10 / 11 | Kommentare / 0


T-Shirt von Luksodrome, Leggings von BIK BOK, Sonnenbrille von Oakley, Uhr von Swatch

Luksodrome ist die sex-geladene Ausbrut des Designerpärchens Filip Ziebo und Chloe Feinberg. Filip ist Fotograf und Illustrator—seine Arbeiten gibt es hier zu sehen. Chloe arbeitete früher in der Pornoindustrie. Als Redakteurin, nicht als Darstellerin. Den ganzen Tag Sex vor Augen zu haben, hat tiefe Spuren hinterlassen. So nehmen die meisten der Luksodrome-T-Shirts in irgendeiner Art und Weise Bezug zu Genitalien. Wir haben ihre Männershirts fotografiert, es gibt aber auch ein paar Designs nur für Mädchen, die wahrscheinlich einen ähnlich bizarren Anblick abgeben, wenn du sie tagsüber im Büro anziehst.
 



T-Shirt von Luksodrome, Vintage-Shorts, Cap von DQM, Vintage-Kette, Uhr von Swatch

Hey Chloe. Erzähl was über Luksodrome.
Chloe Feinberg: Also, Luksodrome ist die T-Shirt-Firma, die mein polnischer Freund und ich ausgeklügelt haben. Der Name ist vom polnischen Wort „Luksus“ abgeleitet—das heißt Luxus—und dann haben wir das „drome“ einfach dran gehängt.

Was wurde aus dem Luxus-Ding? Ich seh hier weder Kaschmir noch Diamanten.

Ha ha. Na ja, das war die Ursprungsidee.

Und dann hat es sich hin zu Ständern und Bräuten entwickelt?
Yeah. Du kannst Polen nicht wirklich als luxuriösen Ort bezeichnen, daher funktioniert die Idee, diese beiden Sachen zu kombinieren.

Und wer macht was?
Mein Freund ist Illustrator und ich hab auch Kunst und so studiert, daher kommen uns beiden meist die Anfangsideen. Manchmal skizziere ich und er illustriert es dann genauer, so dass es professionellen Standards entspricht. Aber die Entscheidung über Positionierung und den Kram treffen wir gemeinsam. Wir haben eine Menge an Designs und grenzen sie dann ein. Dieses Mal haben es aber viele meiner Ideen nicht gepackt.


Vintage-Shirt von Beyond Retro, T-Shirt von Luksodrome, Jeans von UNIQLO, Vintage-Keith Haring-Uhr

Hattest du die Idee mit der Erektion bei den Jungs auf dem Beverly Hills 902010-T-Shirt?
Nee, das war eigentlich Filips Idee. Er ist fast besessen von der einen Hässlichen, wie heißt die noch mal?

Tori Spelling?
Ja ja, Tori Spelling! Die hasst er total und redet viel davon. Und als der Kommunismus in Polen endete, war Beverly Hills 90210 eine der ersten, ausgestrahlten Fernsehsendungen. Plötzlich waren da diese Teenager, die im Whirlpool rummachten und Sex am Strand hatten und so Zeugs. Ich glaube, das hat bei Filip gehörig Eindruck geschindet. Aber ja, wir werden von lauter so Zeug beeinflusst, weil wir viel Mist auf Youtube schauen. Es scheint, als hinterließe das seine Spuren, verstehst du?

Oh ja, genau wie das Lady Gaga Arsch „Anus“-Teil auf eurem Blog. Findet sich das irgendwo in euren Designs wieder?
Wir hatten dieses Mal ein paar Lady Gaga-Sachen, haben uns aber dagegen entschieden. Vielleicht ja bei der nächsten Kollektion.

Ist wahrscheinlich am besten so. Also, sind Schwänze und Sex ein elementarer Teil eures Designprozesses?
Yeah. Ist lustig, dass du das sagst. Weißt du, ich war früher Pornoredakteurin. Mein Freund und ich denken sehr ähnlich und wir denken auch viel an Sex, schätze ich. Ich hab für eine Pornografin gearbeitet und ihr Zeug von Hardcore auf Softcore umgeschrieben. Ich bin mir sicher, dass sich das in meinem Hirn festgesetzt hat.

Hast du ständig Pornos im Kopf?

Ha ha, nee. Ich lauf nicht den ganzen Tag rum und denk an Schwänze, aber seit dieser Zeit ist das definitiv bei mir gespeichert.

Wie kamst du zur Pornoarbeit?

Ich hatte irgendwie Interesse an Feminismus und Pornografie, als ich vom College kam. Eigentlich wollte ich Erotikfilme machen – als Pornoproduzentin oder Regisseurin. Aber das hat nicht geklappt, weil sich herausstellte, dass meine Sachen wirklich ziemlich eklig waren. Außerdem bin ich jetzt nicht mehr am Feminismus interessiert. Ich find das alles ein bisschen gekünstelt und es gibt interessantere und wichtigere Sachen auf der Welt. Wie Penisse und Vaginas.


T-Shirt von Luksodrome, Leggings von Primark, Kette von Gogo Philip; T-Shirt von Luksodrome, Jeans von UNIQLO, Mütze von Thinsulate, Vintage-Keith Haring-Uhr

Sag mal, soll die Nase auf dem Spaghetti Wolf-Shirt wie ein Schwanz aussehen?
Eigentlich nicht. Ist lustig, wie viele Leute das fragen, eigentlich ist das ein Werwolf. Als ich das Shirt zum ersten Mal trug, fragten mich komischerweise zwei Leute, ob das ein Schwanz sei, nur weil das genudelte Design ein bisschen wie Schamhaare oder so was aussieht. Aber so war es gar nicht gemeint. Hat jedoch eigentlich ganz gut funktioniert.

Euer „The Tampones“-Shirt ist auch ganz wunderbar. Waren die Ramones für euch immer eine Art pissige Menstruationsband?

Nein, das war eher als Kommentar auf das Black Flag-Shirt gedacht, das jeder trägt. Das bedeutet normalerweise, dass diese Person das Logo mag, Black Flag aber eigentlich noch nie gehört hat. Das sollte nur ein sarkastischer Hinweis darauf sein, ehrlich. Weißt du, in der heutigen Modewelt tragen die Leute Sachen, deren Bedeutung sie eigentlich gar nicht kennen. Alles von Relevanz wurde leicht verfälscht. Ich will jetzt nicht zu ernst werden, so in etwa dachten wir jedenfalls darüber. Obwohl ich schätze, dass wir noch schlimmer sind, weil wir uns darüber lustig machen.


Wie sieht’s mit dem Natural Man Shirt aus—basiert der Typ auf irgendwem bestimmten?

Weißt du was? Vor einer Weile habe ich bei eBay eine Sammlung alter 70er Jahre-Pornomagazine gekauft—Playgirl und so was. Und da drin fand ich tatsächlich diese Abbildung als Bücherwerbung. Im Original war der Typ nackt, deshalb hab ich ihm eine Speedo angezogen.

Also hast du das alte Pornozeugs lieber als das neue?
Ich schaue eigentlich nicht so viele Pornos, echt jetzt, wir lassen uns von allem inspirieren. Aber ja,  ich hab diese alten Magazine, deshalb werfen wir gelegentlich einen Blick rein. Es gibt um uns herum nicht wirklich irgendwelche neuen, guten Sachen. Die Industrie ist irgendwie fertig und grade geht nichts mehr Kreatives. Deshalb mache ich meinen Master in Animation—ich will irgendwas Gutes machen, denk ich ...

Geknebelte und durchgefickte Mädels?
Haha, ganz genau.

Eine Sache noch: Warum T-Shirts?

Na ja, es gab nichts, was wir wirklich tragen wollten und wir dachten darüber nach, was wir und unsere Freunde wohl gerne anziehen würden. Auf keinen Fall wollten wir einem aktuellen Trend folgen. So was wie: „Oh, Azteken-Zeug ist in, na dann machen wir das.“ Find ich nervig. Außerdem designte Filip seit etwa 12 Jahren für T-Shirt-Firmen. Ich schätze, er war genervt davon, dass die Konzerne immer die sichere, kitschige Option wählten und an seinen Designs rumpfuschten. Daher wollten wir das dann einfach selber machen. Noch dazu schafft es eine gute Plattform für eigene Illustrationen und die anderer Leute. Wir haben viele Freunde in Polen. Für die ist es ziemlich schwierig, ihre Sachen rauszubringen. In Zukunft wollen wir sie vielleicht mit einbeziehen.


FOTOS: JOE SKILTON
STYLING:
SAM VOULTERS
TEXT: JAMIE CLIFTON
STYLINGASSISTENZ: ALI CARMAN
MODELS: JESS, HARRY