Romance Was Born

Anders als andere australische Labels, arbeiten Romance Was Born ungeniert mit dem typisch australischen Kitsch und zügellos grellem Schmuck, den man sonst nur bei Dame Edna findet. Ihre Klamotten sind wie Haute Couture auf LSD, die an die Leute in Form eines Dinosauriers angeklebt wird. Luke Sales und Anna Plunkett sind die zwei Hälften dieser Romanze. Wir sprachen mit Luke.

VICE: Auf eurer Website nennt ihr euch selbst kreative Laubenvögel. Diese Vögel haben eines der verrücktesten Balzverhalten auf dem Planeten. Glaubst du, Mode ist nur ein ausgeklügelter, langer Balzruf?
Luke: Nein. Ich persönlich finde nicht, dass die Art und Weise, wie sich Leute anziehen, sexy oder attraktiv wirkt. Anna und ich sagen immer, dass wir keine Sachen machen wollen, um die Leute schön aussehen zu lassen. Wir wollen Leute fabelhaft aussehen lassen! Ich finde dieses ganze Balzruf-Ding und die Art, wie sich Leute kleiden, surreal. Manchmal schaue ich in den Spiegel und denke, ich sehe verrückt aus. Dann werde ich auf mich selbst wütend, weil ich so denke.
Ich habe bemerkt, dass du eine Menge seltener Techniken benutzt. Applikationen, batikfärben, häkeln… Gibt es irgendwas, dass ihr nicht machen würdet?
Nein, nicht wirklich. Bei jeder Kollektion arbeiten wir mit einem anderen Thema und entwickeln eine andere Geschichte. Wenn also irgendwas zu der Geschichte oder der Stimmung passt, verwenden wir es. Allerdings benutzen wir immer Häkeleien, wir haben einiges mit Pailletten für den Sommer gemacht und wir werden auf jeden Fall mehr Strickwaren verwenden. Wir sind tatsächlich den einen Tag zu der Australian Sheep and Wool Show gegangen. Wir haben gesehen, wie die Frauen die Wolle von Hand spinnen, stricken und sogar färben, und wir haben eine Menge Zeug gekauft.

Du hast schon früher Kollaborationen im Kunstbereich gemacht, die dem ganzen Modeding ein bisschen Substanz geben. Wo findest du die Leute, mit denen du zusammenarbeitest?
Ich glaube, ich denke nie wirklich bewusst darüber nach, wenn ich in eine Galerie gehe oder etwas sehe, das in einem Magazin ist. Nach einer Weile beginne ich dann damit das, was ich gesehen habe, zu verarbeiten und denke darüber nach mit ihnen zu arbeiten. Ich dachte, dass der Zeichenstil von Patrick Doherty sehr zu Doilies and Pearls, Oysters and Shells passen würde und so gingen wir auf ihn zu und arbeiteten mit ihm bei einigen Drucken zusammen. Eines Tages bin ich ins MCA gegangen, um Anna einige von Patricks Zeichnungen zu zeigen aber sie wurden woanders hin gehangen. An der Wand, an der sie früher waren, hingen Arbeiten der eingeborenen Künstlerin Esme Timbery, die Kinderschuhe aus Muscheln, Pappe und Kleber gemacht hat. Anna und ich waren so besessen davon, dass wir ihre Galerie kontaktierten und so kam es, dass sie die Schuhe für die Kollektion gemacht hat.



Du hast bald eine Ausstellung und entwirfst Kostüme für die Sydney Theater Company, daher bist du ziemlich offen für neue Herausforderungen?
Ja, es gibt einige Projekte, die ziemlich aufregend sind und sich nicht notwendigerweise auf Mode beziehen. Das ist lustig, als wir zuerst mit der Arbeit anfingen, wollte ich unbedingt Modekollektionen für die Stange machen. Wir hatten uns abgerackert, unsere Stücke für den Verkauf erneut herzustellen, weil alles, was wir jemals gemacht haben, Einzelteile waren und es eine Woche dauerte bis der Ärmel einer Jacke fertig war. Jetzt, wo wir eine Kollektion zusammenstellen können, können wir mit etwas Neuem anfangen. Ich würde es hassen, wenn es jemals fad werden würde, weil das das einzige ist, das nicht scheiße ist, wenn man für sich selbst arbeitet.
Deine Arbeit ist dermaßen aufwendig, dass du eine Reihe Praktikanten für das ganze Fädeln, Nähen und dergleichen benötigst. Stört es dich, dass du so viel Verantwortung abgeben musst?
Mich stört nicht, dass ich solche Dinge abgeben muss. Es ist ja nicht so, dass John Galliano da sitzt und jedes einzelne dieser Couture-Abendkleider macht, und ich wäre sehr überrascht, wenn er tatsächlich wüsste, wie das geht. Wir sind immer jedem dankbar, der hilft. Wenn es nicht gut ist, wird es nochmal gemacht, und manchmal machen sie es sogar besser als ich es könnte.
Apropos John Galliano, ich habe gehört, du hast ein Praktikum bei diesem tollen Typen abgelehnt. Für welche Designer würdest du Drecksarbeiten machen?
Es gibt eine Million Designer, die ich wirklich sehr mag, aber nur ein paar, für die ich tatsächlich arbeiten wollen würde. Wahrscheinlich Alber Elbaz bei Lanvin, garantiert nichts zu konzeptuelles, so sehr ich dieses Zeug auch liebe. Ich weiß, dass Anna gerne für Chanel arbeiten würde.
Die Leute haben einen Ständer wegen eurer Show, aber was genau ist eigentlich ein Renaissance Dinosaur?
Es ist lustig, dass du das sagst, weil in dem Jahr davor hatten wir so viel Presse. Die Leute sprachen immer noch über die vorhergehende Kollektion während der Renaissance Dinosaur Show. Mein Freund meinte, dass die Situation beinahe so war, wie mit dem nervenden Exfreund, mit dem du Schluss gemacht hast, und jeder fragt immer "was ist mit ihm passiert, er war so toll?" Ich wollte eine Dinosaurier-Kollektion machen, als ich noch in der Modeschule war, und wir dachten daran, es für den Sommer zu machen. Dann waren wir im Urlaub in Florenz—dem Geburtsort der Renaissance—und wir liebten es und fingen an herumzuscherzen, dass wir eine Renaissance-Kollektion machen sollten. Dann, als einen anderen Scherz, sagten wir, wir sollten einen Renaissance-Dinosaurier machen und von da an ging es irgendwie los.
Also hast du einfach nur zwei vollständig verschiedene Konzepte genommen und sie irgendwie zusammen geführt?
Ich weiß nicht, wie es rüberkommt, aber wir denken über die Kollektion als Thema. Als Anna etwas vorschlug, wusste ich, dass sie es nicht sagen würde, außer sie meint es auch so, und manchmal denke ich, oh Gott, wie schaffen wir es, dass es funktioniert? Wenn es nicht meine Idee ist, finde ich es schwer zu visualisieren, was sie ihn ihrem Kopf sieht. Daher ist es so, als würde man jemanden auf halber Strecke treffen. Letztes Jahr wollte Anna eine Oma-Kollektion und ich eine Unterwasser-Kollektion machen. Den einen Tag lachte ich mit ihr darüber, dass man niemals alte Meerjungfrauen sieht, dass sie immer sehr jung und schön sind, wie wäre es also mit einer Senioren-Meerjungfrau? Daher haben wir anstatt der Diamanten und Perlen, Zierdeckchen und Perlen genommen. Unter Wasser.
Ich könnte wilde Spekulationen anstellen, wass es mit den Pailletten und Strickwaren auf sich hat, aber was ist die Idee hinter der nächsten Kollektion?
Mein PR-Mädchen würde mir sagen, dass ich nichts darüber sagen sollte, aber es ist so ein Zurück-Zur-Natur-Thema.
Nichts für Annas Hund Monaro?
Eigentlich haben wir momentan eine Praktikantin aus London, die Strickwaren-Designerin ist. Anna ist ein großer Unterstützer der Rabbitohs und wir haben unserer Praktikantin gesagt, dass sie den Rabbithos-Pullover für Monaro stricken muss, bevor sie aufhört. Er ist so süß. Ich vermisse ihn wirklich, wenn er nicht kommt. Diesen Morgen war es auf dem Tisch unseres Produktionsmanagers. Wir sagen immer, dass Monaro unser Supervisor ist und wir nach seiner Pfeife tanzen müssen.
Danke!


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