Mode in Proportion
Proportion sind Alexandra Heckel und Frederic Krehl, ein junges Paar mit ihrem eigenen Label von entschlossenen Schnitten in klassischen Farben (meistens schwarz und weiß). Ihre Sachen liegen irgendwo zwischen den Sachen auf dänischen Modeblogs und den stylischen Basics, von denen man nur träumen kann, sie bei H&M zu finden. Sie machen sowohl Mode für Frauen als auch für Männer, obwohl wirklich alles unisex ist, was bei den beiden auch ein Symbol für die Anonymität des Labels darstellt. Wir sind einfach nur richtig glücklich, dass jemand noch das Risiko wagt, High Fashion zu machen, die wirklich preiswert ist! Wir haben beschlossen, sie zu interviewen (auch wenn ihr Shop erst seit einer Woche online ist), um mehr über ihre Sachen herauszufinden.

Vice: Wann habt ihr mit Proportion angefangen?
Frederic: Na ja, wir sind erst seit einer Woche online, also ist das alles noch wirklich sehr frisch. Aber wir haben vor ungefähr einem halben Jahr angefangen. Es hat ewig gedauert!
Klischeemäßig nehme ich an, dass Alex das Entwerfen übernimmt und du kümmerst dich um die Geschäftsseite?
Ja, ich studiere Wirtschaft, also ist das sowieso eher meine Angelegenheit und Alex ist mehr für den kreativen Teil verantwortlich. Sie ist Stylistin, also weiß sie, was sie tut. Wir haben diese beiden Geschäftsfelder niemals strikt voneinander getrennt—wir tun alles zusammen.
Prima. Hat einer von euch tatsächlich Design studiert?
Nein, haben wir nicht. Ich kann dir sagen, wie wir diese Kollektion entworfen haben. Wir haben einfach Zeichnungen davon gemacht, wie wir die Endprodukte haben wollten, dann haben wir mit den Schneidern gesprochen und sie haben einige Samples produziert. Sie haben uns gezeigt, was sie gemacht haben und dann nahmen wir daran so lange Änderungen vor bis wir glücklich waren. Also schneiden wir keine Muster selbst aus oder machen ähnliches allein.
Alle Teile eurer Kollektion ist unglaublich billig. Ich meine, im Verhältnis dazu, was andere junge Designer für ein übergroßes schwarzes T-Shirt verlangen. Wie bekommt ihr das hin?
Na ja, wir haben nicht so viele Kosten. Wir haben kein Geschäft, für das wir 2000 Euro Monatsmiete zahlen müssen, wir drucken auch keine Lookbooks oder machen große Produktionen. Zudem sind wir keine berühmten Designer oder irgendwelche C-Promis; wir wollen uns nicht als großartige Designer überhöhen. Es geht wirklich nur um die Klamotten und sie sind nicht teuer in der Herstellung.
Ergibt Sinn. In eurer Rubrik "Über uns" heißt es: "Individualismus now!" und die Stückzahlen sind sehr begrenzt. Warum?
Na ja, einerseits bieten wir gute Stoffe und gute Schnitte an, aber wollen nicht "von der Stange" sein. Wir wollen, dass unsere Kunden sicher sind, dass wir das Zeug nicht nochmal herstellen, damit sie das gleiche Stück nicht am nächsten Tag auf der Straße sehen.
Oh ja, ist immer blöd, wenn sowas passiert. Was hat es mit den lustigen Produktnamen auf sich? Haben die eine bestimmte Bedeutung?
Oh, du meinst Friedhelm und Eberhard und das alles? Ja, die meisten davon sind Namen aus unseren Familien. Allerdings mit keiner besonderen Bedeutung. Wir dachten uns nur, es wäre lustig diese alten deutschen Namen zu haben.
Wo wir schon von Deutschland reden, seid ihr in Köln ansässig?
Ja, ich lebe in Köln und Alex in Berlin, also pendeln wir immer ein bisschen. Allerdings haben wir das Label in Köln gegründet—das war irgendwie einfacher. Ich glaube wirklich, dass die Berliner bessere Klamotten tragen und sich einzigartiger anziehen wollen also die Leute in Köln, die ein bisschen reserviert sind. Allerdings verstehen die Leute in beiden Städten Mode.
Hat dieses reservierte Naturell die Entwürfe beeinflusst? Ich denke da an die dunklen Farben und einfachen Schnitte.
Nein, das ist einfach nur unser Geschmack. Das Logo und die Website sind komplett in schwarz und weiß, dunkel und hell aufgebaut. Ich finde, die schwarzen Klamotten bewirken eine gewisse Gelassenheit—eine Art Ruhe, aber gleichzeitig Schönheit.
Also wollt ihr eines Tages einen richtigen Laden eröffnen? Oder ist euer Plan, ein Label der Neuen Generation zu sein, das nur auf Onlineshopping ausgerichtet ist?
Na ja, das werden wir sehen, denke ich. Ich meine, wir haben wirklich erst gerader angefangen und es gibt bereits jetzt eine Menge zu tun. Ich hätte niemals für möglich gehalten, dass es so schnell gehen würde und wir innerhalb einer Woche von einer englischsprachigen Website interviewt werden.
Ha, sieht du! Vielleicht werdet ihr schon bald eine Menge englischer und schwedischer Kunden haben, die kein Wort Deutsch sprechen.
Oh Gott, ja. Wir müssen die Website übersetzen. Großartig.
TEXT: NINA BYTTEBIER
FOTOS: CHRISTOPH VOY




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